Craniosacrale Osteopathie

bei Säuglingen, Klein- und Schulkindern.

Das Craniosacrale System und
der Craniosacrale Rhythmus

Cranium = der Kopf/ Schädel und Sacrum = das Kreuzbein. Aus dieser Übersetzung ist schon herauszulesen, daß die Säule, der Hauptaugenmerk, in der CSO der Bereich des Kopfes über die Craniosacrale Osteopathie (CSO) Wirbelsäule bis hin zum Kreuzbein ist. Das zentrale Nervensystem ist der Mittelpunkt der Craniosacralen Arbeit.

Das menschliche Gehirn ist umgeben und durchzogen von Membranen. Diese ziehen weiter durch den gesamten Körper, ummanteln innere Organe, die Nerven und die Muskulatur. So ist der gesamte Körper miteinander verbunden.

Der Schädel besteht aus verschiedenen Knochenplatten, die über Schädelnähte miteinander verbunden sind. Aufgrund der Nähte sind die Platten zueinander flexibel. Durch die Produktion der Gehirnflüssigkeit (Liquor) findet eine Ausdehnung des Schädels und durch die folgende Aufnahme des Liquors über die Blutgefäße ein Zusammenziehen des Schädels statt. Diesen Vorgang bezeichnet man als Craniosacralen Rhythmus.

Der Craniosacrale Rhythmus findet 8-12 Mal in der Minute statt und kann von jedem CS- Therapeut überall am Körper, da er sich über die Membrane fortsetzt, ertastet werden.

Der CS- Rhythmus dient der Befundung des CS- Systems.

 

Ursachen für Dysbalancen im Craniosacralen System und ihre Folgen

Während der Geburt eines Kindes schieben sich die Schädelplatten übereinander, so daß der Umfang des Kopfes verringert wird, um besser durch den Geburtskanal zu kommen.

Nach dem Prozeß rutschen die Schädelplatten normalerweise wieder auf ihren ursprünglichen Platz zurück. Häufig kommt es jedoch zu Blockaden. Knochenplatten verhaken sich und hängen in einer ungünstigen Position fest. Dies verursacht Streß auf die Membrane, die dadurch unter starke Spannung gesetzt werden.

Die Folge ist, daß in spezifischen Gehirnarealen eine schlechtere Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff, sowie ein verminderter Abtransport von Schlackenstoffen entsteht.

Diese Dysfunktion kann mit eine Ursache für verschiedenste Symptome bei Kindern, wie zum Beispiel AD(H)S, Legasthenie, Dyskalkulie, Kopfschmerzen usw. sein. Allgemein kann es zu motorischen Funktionsstörungen, einem veränderten Gefühlsleben und zu beeinträchtigten Sinnen kommen.

Neben der Geburt gibt es noch weitere Ursachen für eine Dysbalance im Craniosacralen System, wie zum Beispiel:
schwere Stürze, Krankheiten, Fehlstellungen, Operationen und psychische Belastungen.

 

Die Ziele der Craniosacralen Osteopathie

A: Die Craniosacrale Osteopathie (CSO) hat die Aufgabe,

die Läsionen im System aufzuspüren und über eine sanfte Methode diese, mit Hilfe des Körpers, zu beheben. Die ursprüngliche Funktion des Organs wird durch die Förderung der Durchblutung (des Gehirns bzw. des behandelten Bereiches) und den Abtransport von Abfallprodukten verbessert. Der Gewebestreß löst sich auf.

Verlieren die Membranen ihre Spannung (wird in der CSO als „die Membranen entwirren sich“ bezeichnet), kann es sein, daß der Körper anfängt alte Erfahrungen zu integrieren.
Kinder, zum Beispiel, begeben sich mit ihrem Körper in alte Geburtspositionen und durchlaufen nonverbal den erlebten Geburtsprozeß. Erlebter emotionaler Streß kann so aus dem Gewebe entlassen werden.

Das vegetative System reagiert anschließend mit einer Ganzkörperentspannung.

B: Ein weiteres Ziel der CSO bei Kindern ist, das vegetative System im Laufe eines Behandlungszykluses in seinen normalen ausgeglichenen Modus zurückzubegleiten.

Säuglinge durchlaufen nach der Geburt drei verschiedene Phasen (Polyvagale System/ 10 Hirnnerv= Nervus Vagus):

1. Die parasympathische Phase
– die Kinder schreien kaum
– sie schlafen viel
– sind eher bewegungsarm
– wirken nicht anwesend
– sind überfordert, ist äußerlich allerdings nicht sichtbar

2. Die sympathische Phase
– die Kinder schreien sehr viel
– sie schlafen schlecht
– sie haben schwitzige kalte Hände und Füße
– sind sehr unruhig
– sind schnell überfordert

3. Ausgeglichenheit im vegetativen Nervensystem
– In dieser Phase hat das Nervensystem die Erfahrung der Geburt integriert und kann in Streßsituationen adäquat reagieren.

Säuglinge können in einer dieser Phasen hängenbleiben und später im Kindesalter in Anforderungssituationen immer wieder mit der gleichen geprägten vegetativen Reaktion antworten. Viele Erwachsene befinden sich noch in der ersten bzw. zweiten Phase.

Zum Beispiel: ein Kind reagiert in einer Streßsituation mit körperlicher Unruhe, geistiger Überdrehtheit (redet viel) und Unkonzentriertheit. Dieses Kind befindet sich noch in der sympathischen Phase. Die Kinder, die in der parasympathischen Phase feststecken, fallen weniger auf, da sie sich bei Anforderungen eher in den Rückzug begeben und stiller werden.

Die CSO begleitet den Körper durch die ersten beiden Phasen und verhilft dem System zu mehr Ausgeglichenheit.

Das allgemeine Ziel der CSO ist, den Körper aus seinen Fixierungen zu befreien, dadurch die Funktion seiner Organe (Knochen, Sehnen, Nerven, innere Organe…) wieder herzustellen und ihn so, zurück in sein ursprüngliches Potential zu begleiten..